Mittwoch, 20. April 2016

Buchrezension: „Vielleicht für immer“ von Susann Julieva

Autor: Susann Julieva
Titel: Vielleicht für immer
Verlag: Cursed
Format: eBook (auch als Paperback erhältlich!)
Seitenzahl: ca. 323

Erscheinungsjahr: 17.03.2016
Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Genre: Alltag; Gay Romance

Schlagwörter: Film, Musik, Kindheitsfreunde
Leseprobe: *klick*

Mit einem Klick aufs Bild zur Verlagsseite! Wie gefällt es dir?

Klappentext:

Gabriel West ist der aufsteigende Star am Alternative Rock-Himmel und startet gerade richtig durch. Nur eins belastet ihn: Er hat seinem besten Freund Sam vor zehn Jahren das Herz gebrochen. Als kurz vor seiner Europa-Tournee händeringend ein Kameramann gesucht wird, führt der Zufall Gabe und Sam wieder zusammen.
Obwohl Sam sich fest vorgenommen hat, Gabe nicht mehr an sich heranzulassen, kann er sich den alten Gefühlen nicht entziehen. Doch warum hat Gabe Sam damals verlassen und kann Sam es wagen, ihm erneut sein Herz anzuvertrauen? Denn das Feuer ihrer Jugendliebe ist noch lange nicht verloschen…


Erster Satz:

Mit einem geübten Schwung seiner Hand goss Sam einen Wirbel in den Milchschaum.

Meinung:

Das Cover transportiert eine tolle Grundstimmung. Die Farben sind warm, das Bild ist romantisch, hoffnungsvoll, einfach schön. Auch die Schrift gefällt mir sehr!

„Vielleicht für immer“ ist ein ziemlich romantischer Titel. Mein Gefühl sagt mir, dass er nicht komplett passt. Dennoch ist er toll gewählt.

Erzählt wird aus der personalen Perspektive. Der Erzähler wechselt zwischen Sam, Gabe und Elias, wobei die Anteile nicht gleichmäßig verteilt sind. Das stört mich aber überhaupt nicht.

Der Schreibstil ist wie immer schön, humorvoll und gut lesbar. Nicht so blumig wie beim „Café der Nacht, sondern mehr wie bei den „Bösen Jungs“. Das ist sinnvoll, weil uns Gabe auch schon in „Berlin Blues“ über den Weg gelaufen ist. Ich habe zwar ein bisschen gebraucht, bis ich das gecheckt habe, aber es dann doch erkannt.

Ganz ehrlich: Als ich den Klappentext gelesen habe, dachte ich zuerst: „Och, nee!“ Ich wollte es nicht lesen, weil mir das Ganze zu sehr nach Klischee aussah. Besonders in Verbindung mit dem Cover und dem Titel klang die Geschichte für mich sehr nach 0815-Kram. Ich hatte ein wenig Angst, dass die Autorin mich dieses Mal enttäuschen würde. Das hätte mich wegen meiner Begeisterung für ihre anderen Werke schwer getroffen. Sie hat mich nicht enttäuscht! Wieder ist ein hervorragender, tiefsinniger, feinfühliger und dennoch heißer Roman entstanden, der mit interessanten Charakteren und Wendungen einher geht. Susann Julieva hat ein besonderes Talent dafür, ihre Charaktere authentisch miteinander umgehen und auftreten zu lassen. „Vielleicht für immer“ versprüht auch wieder diesen ganz besonderen Charme. Es gibt einen Einstieg, der auf die Liebesgeschichte hinarbeitet, und auch wenn ich mich bei solchen Dingen meist langweile, weil es erst ab dem Aufeinandertreffen des zukünftigen Paars spannend wird, ist es hier nicht so. Das liegt auch daran, dass immer wieder Erinnerungen der Charaktere erzählt werden, welche die gemeinsame Vergangenheit beleuchten. Obwohl es sonst immer heißt, man solle mit Rückblenden vorsichtig sein, finde ich das super. Das ist mal eine andere Erzählweise und man bekommt alle Informationen, die man gerne hätte. Das Ganze dann auch noch unkompliziert und spannend. Perfekt!
Grundsätzlich wurde gut mit der Spannung gearbeitet. Manchmal war es fast grausam, wie lange die Autorin die Lüftung des großen Geheimnisses herausgezögert hat. Aber ich leide ja gerne für gute Bücher. ;) Auch das Geheimnis an sich ist eines, mit dem man nicht gerechnet hat. Ich war so glücklich! Denn zuerst hatte ich etwas Gay-Romance-Typisches erwartet und war schon ein wenig missmutig deswegen, aber als es dann doch etwas anderes war, hat mir das eine große Freude bereitet. Mir gefällt sehr, dass Susann Julieva in ihren Geschichten Themen aufgreift, über die man sonst nicht unbedingt liest. Bei den „Bösen Jungs“ waren es Schuldgefühle, „Berlin Blues“ hat sich mit Trauer, Depressionen und den Folgen von Gewalt befasst. Beim „Cafe der Nacht“ besaß der Protagonist eine Behinderung, ein anderer Charakter war schwer depressiv und jemand anderes spielte mehrere Persönlichkeiten. In „Vielleicht für immer“ gibt es wieder so einen Knaller. Ich liebe, liebe, liebe das! Vielleicht wird es zu dieser Geschichte auch noch eine kleine Folgegeschichte geben wie bei den „Bösen Jungs“? Das wäre so super! Ich wüsste nämlich gerne, wie genau die beiden später damit klar kommen. Das wird zwar im Epilog angesprochen, aber das ist nur ein Zeitraffer und nichts, was man wirklich begreifen könnte. So wie bei den „Bösen Jungs“ und „Berlin Blues“ eben.

„Zu spät. Zielperson hat Blickkontakt.“
„Aye, Sir. Rückzug abgebrochen. Wie lautet der neue Befehl?“
„Augen zu und durch.“
- eBook, 27%, Position 1237

Sam ist eher ruhig und bodenständig. Ziemlich niedlich und ein toller Partner!
Gabe als Freigeist ist natürlich vollkommen anders. Und doch harmonieren die beiden sehr gut zusammen. Besonders als er auch Schwäche zeigt, mochte ich ihn sehr.
Elias war am Anfang niedlich und schüchtern. Seine Unsicherheit und sein Ehrgeiz treiben aber noch seltsame Blüten.
Die Nebencharaktere sind toll und lebendig. Sams beste Freundin Leni ist ziemlich niedlich. Imani hat auch was, obwohl sie für mich am blassesten blieb. Doch auch der Rest der Band, die Leute von Gabes Agentur und Gabes Familie... Ein wirklich schönes Umfeld mit besonderen Menschen.

Fazit:

5*

Uneingeschränkte Empfehlung wieder einmal für Susann Julieva! „Vielleicht für immer“ besitzt alles, was man sich wünscht: Fröhlichkeit und Humor, Melancholie und Schmerz, Wut, Liebe, Erotik, Unsicherheit. Dazu Geheimnisse und das gewisse Etwas, welches mich fesselt. Ich warte schon auf die nächsten Geschichten aus ihrer Feder!  


All-time favourite!

Was hältst du von Susann Julievas Geschichten? Ist dir überhaupt eine bekannt? Vielleicht konnte ich dich ja ein wenig neugierig machen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen