Mittwoch, 11. Mai 2016

Buchrezension: "Lavé - Wer schneidet, muss bluten" von Joanna S. Klein (Lavé 1)

Autor: Joanna S. Klein
Titel: Lavé - Wer schneidet, muss bluten

Reihe: Lavé, Band 1
Verlag: Selfpublisher
Format: Print (Auch als eBook erhältlich!)
Seitenzahl: 548

Erscheinungsdatum: 01.01.2015
Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Genre: Fantasy

Schlagwörter: Parallelwelt, Götter
Leseprobe: *klick* 


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Klappentext:

Sina hatte nach dem Verschwinden ihrer besten Freundin ihr junges Leben endgültig abgehakt. Doch da kannte sie noch nicht Sandro, der ihr bei ihrer ersten Begegnung dieses seltsame Gefühl gab, mehr zu sein.
Was sie nicht wusste: Er war ein Werwolf, anmutig und stark, und dazu verdammt, sie in eine fremde Welt zu entführen.
Dort herrschte ein Krieg, der mit jedem Jahr mehr Tote hinterließ.
Der Kampf ums Überleben war wie ein Schlag ins Gesicht - hart und real. Sina wurde ein Schicksal aufgezwungen, das sie nicht wollte. Alles um sie herum zerfiel. Und dann war ausgerechnet sie diejenige, von der das Gleichgewicht Lavés abhing. Ein einziger Mensch -ein Mädchen-, nicht dazu in der Lage, etwas auszurichten und doch auserwählt.

Beschreibung bei Amazon:

Sina ist keine Heldin. Regelmäßig ist sie ihrem gewalttätigen Vater ausgesetzt, und mit dem Verschwinden ihrer besten Freundin hat sie begonnen, sich zurückzuziehen und Mauern zu errichten. Umso mehr ist sie davon überrascht, dass sich ihr neuer Mitschüler Sandro für sie interessiert. Sein Geheimnis ahnt sie nicht, bis er sie in eine andere Welt entführt. "Ich bereue es jetzt schon, dich in meine Welt gebracht zu haben. Vor allem, weil ich hier nicht so sein kann, wie ich es in deiner war." Lavé - ertrunken in unheilvollem Krieg - muss seine Harmonie zurückerlangen. Doch Sina ist keine Heldin.


Erster Satz:

Als Mensch hatte ich mich schon oft gefragt, woher wir kamen, was unsere Bestimmung war und wohin wir einmal gehen würden.

Meinung:

Das Cover ist wundervoll mystisch, finde ich. Erst später ist mir aufgefallen, dass nur der eine Teil farbig ist. ^-^" Es ist nun mal nicht so bunt, dass das einem sofort ins Auge springen würde, richtig?

Zum Einband möchte ich noch anmerken, dass er leicht gummiert ist. Das fühlt sich gut an und macht das dicke Taschenbuch griffiger. Gleichzeitig sieht man aber auch Fettflecken sehr viel schneller.

Wenn ich ehrlich bin, hat mich der Titel gefesselt. Das Cover fand ich bei dem Buch nicht ausschlaggebend, aber "Wer schneidet, muss bluten" klingt so besonders, das muss einfach die Neugierde wecken!

Ich finde die Beschreibung bei Amazon viel zutreffender für diesen Band als das, was auf dem Buch selbst steht. Warum gibt es da überhaupt Unterschiede? Verwirrend.

Richtig gepackt hat es mich aber erst, nachdem ich auf dem Blog der Autorin was über den Roman gelesen hatte. Das ist so lange her, ich weiß gar nicht mehr, was es war. Bestimmt ein Zitat. Auf jeden Fall wollte ich danach Lavé kennenlernen, wodurch es auf der Wunschliste gelandet ist. Und wie jeder weiß, ist so eine Liste endlos. Hätte die Autorin nicht nach Rezensenten gesucht, hätte ich Lavé wohl lange Zeit nicht gelesen. Vielleicht sogar nie. Dabei ist die Geschichte so gut! Natürlich nicht perfekt. Ich habe einiges zu bemängeln. Aber wie immer entscheide ich selbst, welches Gewicht der jeweilige Kritikpunkt für mich besitzt. ;)

Ganz zu Anfang gibt es ein kleines Gedicht, das die Autorin selbst geschrieben hat, ich finde es sehr passend. Der Prolog ist super! Ein extrem spannender Einstieg. Danach flacht die Spannung leider ein wenig ab, aber es wird wieder besser. Insgesamt ist die Geschichte sehr spannend gestaltet, da immer wieder Neues auftaucht und die Handlung vorangetrieben wird. Besonders eindrucksvoll ist die Kreativität, mit der die Autorin ans Werk geht. Man folgt ihr gerne in diese Welt, welche sie so liebevoll gestaltet hat. Auch die Charaktere sind einzigartig und detailreich. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen.
Zu bemängeln habe ich jedoch, dass manche Dinge zu schnell passieren. Auf der einen Seite möchte Sina um keinen Preis in Lavé bleiben, zwei Seiten später ist ihr die Parallelwelt fast egal. Und das, ohne dass etwas Einschneidendes passiert wäre! Das passt für mich nicht zu Sina, weil sie mir nicht so wankelmütig vorkommt. Auch das Wiedersehen zwischen ihr und Luka wirkt gezwungen. Nach all dem Drama davor löst sich der Konflikt in Windeseile auf. Warum? Das finde ich nicht realistisch. Manchmal kam es mir auch so vor, als hätte man die Proportionen der Werwölfe vergessen.
Ein wenig enttäuscht war ich auch von dem Ende. Jeder hat Angst vor dem Endgegner dieses Bandes, aber er war so leicht zu besiegen, dass das gar nicht nötig war. Natürlich ist dies nur der erste Teil der auf fünf Bände angelegten Reihe. Es werden bestimmt noch stärkere Gegner auftauchen. Aber so simpel? Wenn diese Person seit zig Jahren in ganz Lavé gefürchtet wurde? Hm. Dafür ist der Epilog wieder sehr interessant!
Ein kleiner Hinweis vielleicht noch: Ich halte die Geschichte für Menschen ab 16 Jahren geeignet. Zartbesaiteten rate ich dennoch, lieber die Finger davon zu lassen. Es gibt keine übermäßige Gewalt, aber sie kommt vor! Dieser Roman ist kein Teil des Romantasy-Genres, auch wenn Romanzen vorkommen.

Sina gefällt mir grundsätzlich sehr als Hauptcharakter. Sie besitzt genau so viel Potential wie die Geschichte. Mal sehen, was daraus noch wird. ;)
Sandro ist schwierig einzuschätzen. Ich habe das ganze Buch über wie ein Fähnchen im Wind geschwankt, was ihn betrifft.
Luka mag ich leider gar nicht. Sie kommt mir wie die egoistischste Person der Gruppe vor.
Noah... Hach, Noah. <3 Ganz klar einer meiner Favoriten! Und ich schwöre, wenn Fräulein Klein ihn nicht wieder auftauchen lässt, raste ich aus. Versprochen ist versprochen!
Insgesamt gibt es unglaublich viele Charaktere, welche ich jetzt nicht alle ansprechen werde. Gleich zu Beginn des Romans gibt es eine Übersicht. Ich habe sie nicht sonderlich beachtet, aber für Leute, die Probleme damit haben, sich Namen zu merken, ist sie bestimmt nützlich. Durch die vielen Charaktere ist es manchmal etwas unübersichtlich. Sie werden recht schnell eingeführt. Aber dank Game of Thrones sollten Fantasy-Leser das gewöhnt sein, nicht wahr? Ich frage mich nur, was später mit all diesen Figuren passieren soll. Es werden so viele in den Fokus gerückt, dass sie eine entsprechende Rolle erhalten müssen.

Die Erzählperspektive ist einer der Knackpunkte des Romans. Der Prolog ist aus der Ich-Perspektive einer zunächst unbekannten Person geschrieben, welche etwa aber der zweiten Hälfte des Romans immer mal wieder zu Wort kommt. Ansonsten würde ich sagen, dass aus der personalen Perspektive erzählt wird. Da aber so häufig der Perspektivcharakter wechselt, könnte es auch der auktoriale Erzähler sein. Es fühlt sich während des Lesens nur leider nicht so an für mich. Eher wie eine missglückte personale Perspektive, bei der die Autorin sich nicht so recht entscheiden kann, mit wem sie sich nun befassen will. Anfangs bin ich mir sicher, dass Sina erzählt, aber später wechselt der Blickwinkel so rasant, dass es mich verwirrt. Manchmal sogar von einem Satz zum anderen.

Außerdem lassen sich ein paar Tipp- und andere Fehler innerhalb des über 500 Seiten starken Buches finden. Bei Selfpublishern bin ich da durchaus großzügiger, aber schöner wäre es natürlich, wenn es diese Makel nicht gäbe.

Fazit:

3,5*
Der Debütroman von Joanna S. Klein hegt zweifellos großes Potential. Doch bei der Umsetzung hapert es leider noch ein wenig. Vielleicht bessert sich das durch die überarbeitete Version dieses Bandes, an welcher die Autorin momentan arbeitet. Die Geschichte könnte locker vier, wenn nicht sogar fünf Sterne erreichen!

Vielen Dank, liebste Joanna, für dieses Rezensionsexemplar! <3 


Hat jemand von euch den Auftakt zu "Lavé" schon gelesen? Wie seht ihr das mit der Erzählperspektive? 

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