Mittwoch, 25. Mai 2016

Buchrezension: "Schokolade zum Verzehren" von Miranda J. Fox (Edlyn Hill 3)

Autor: Miranda J. Fox
Titel: Schokolade zum Verzehren

Reihe: Edlyn Hill, Band 3
Verlag: Selfpublisher
Format: Print (Auch als eBook erhältlich!)
Seitenzahl: 241

Erscheinungsdatum: Oktober 2015
Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Genre: Contemporary, Romance

Schlagwörter: Gesellschaft, Alkoholismus, Vorurteile
Leseprobe: *klick* 


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Klappentext: 

Die 21-jährige Studentin Maggy braucht vorübergehend eine Festanstellung, um sich und ihre alkoholkranke Mutter über Wasser zu halten. Da trifft es sich gut, dass im Hause Hawkey ein Hausmädchen ausgefallen ist. Womit Maggy allerdings nicht gerechnet hat, ist die Wirkung ihres reservierten Bosses Chris, der nicht müde wird, sie auf emotionalen Abstand zu halten. Aber wenn er ihr wirklich so abgeneigt ist, warum führt das Schicksal sie dann immer wieder zusammen? 
„Schokolade zum Verzehren“ ist der dritte Band der neuen Edlyn Hill-Serie und kann, wie alle Folgebänder, unabhängig voneinander gelesen werden.

Erster Satz: 

"Nochmals vielen Dank für deine Empfehlung, das bedeutet mir wirklich viel", sagte ich und fühlte einen gewaltigen Stein vom Herzen fallen.

Meinung: 

Das Cover gefällt mir. Es ist hübsch und besitzt eine warme, gemütliche Ausstrahlung.

Leider gefällt mir der Titel nicht ganz so gut. Ich finde ihn so schon komisch, aber wenn er wenigstens zur Geschichte passen würde, wäre das okay. So ist die einzige Gemeinsamkeit zwischen Titel und Buch, dass Chris zufälligerweise eine Firma leitet, die Schokolade produziert. Mir kommt es so vor, als wollte die Autorin unbedingt, dass alle Bände der Edlyn-Hill-Reihe ähnliche Titel haben, ohne Rücksicht auf die einzelnen Geschichten zu nehmen. Das sagt mir nicht zu.

Obwohl "Schokolade zum Verzehren" schon der dritte Band der Reihe ist, kann man ihn unabhängig von den anderen Teilen lesen. Das steht überall. Dennoch hatte ich an einigen Stellen das Gefühl, dass Hintergrundwissen vorausgesetzt wurde, was ich nicht hatte. Schließlich kenne ich die vorangegangenen Bände nicht. Kein grober Fehler, man kann locker darüber hinwegsehen, aber es stört mich schon ein wenig, wenn es an mehreren Stellen heißt, dieser Roman sei auch alleine sehr gut zu lesen.

Die Handlung stellt leider ein Problem dar. Ich weiß nicht, wie es bei den anderen Bänden aussieht. Grundsätzlich würde ich der Tatsache, dass dieser Roman ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann, zustimmen. Natürlich tauchen dennoch häufig Charaktere auf, die unnötig sind, aber offenbar Protagonisten in den ersten Bänden waren. So wird oftmals ein Paar erwähnt, welches die ganze Geschichte über im Ausland ist - und bei dem man nicht weiß, inwiefern es mit Maggy zu tun hat. Das nervt, um ehrlich zu sein, ein wenig.
Aber das ist nur das kleinste Problem. Viel schlimmer ist, dass die Spannungskurve fast die ganze Zeit sehr flach ist. Es gibt natürlich ein, zwei einschneidende Erlebnisse, aber die waren so vorhersehbar... Es tut mir leid, aber besonders spannend oder fesselnd ist "Schokolade zum Verzehren" nicht.
Hinzu kommen dann noch so kleine Logikfehler, die mich irritiert haben. Einmal behauptet die Protagonistin zum Beispiel, dass sie so erschöpft sei, weil sie den ganzen Tag arbeiten gewesen ist. Hm, witzigerweise hat die Dame lediglich einen Halbtagsjob - und danach stundenlang mit einer Freundin auf der Couch gechillt. Auch wenn Hausdame ein anstrengender Job ist (und das würde ich auch nie bestreiten!), war das dann doch eine extreme Übertreibung. Ebenso seltsam ist die Behauptung, Maggy würde sich nonstop um ihre Mutter kümmern. Gleichzeitig schmeißt sie aber auch regelmäßig Partys, säuft und kennt dadurch eine Menge Leute. Obwohl sie eigentlich keine Freunde und keine Zeit für gar nichts hat wegen ihres Studiums und den Jobs. Was studiert sie eigentlich? Auch unbekannt.
Aber auch der Romance-Aspekt dieser Geschichte ist unglaubwürdig. Ich habe die ganze Zeit über nicht verstanden, warum Maggy und Chris sich toll finden. Ja, er war nett zu ihr und hat ihr in brenzligen Situationen geholfen. Aber das ist kein Grund für unbegrenzte Liebe, oder? Wenn man ein Teenager ist, vielleicht.
Übrigens denke ich deswegen auch, dass der Roman von Teenagern gelesen werden kann. Es werden schon schwierige Themen angekratzt, aber die sind jungen Menschen nicht unbekannt. Ich denke, das können sie verkraften, wenn sie wollen. Ein klassisches Jugendbuch ist "Schokolade zum Verzehren" dennoch nicht! Aber ich weiß noch genau, dass mir das damals auch nichts ausgemacht hat. ;)

Die Erzählperspektive richtet sich nach Maggy. Sie tritt als authentische Ich-Erzählerin auf.

Vom Stil her muss ich die Autorin loben. Bei Ich-Perspektiven finde ich es schwer, eine gehobenere Sprache beizubehalten, doch hier funktioniert das sehr gut. Schreiben kann Frau Fox auf jeden Fall!

Maggy ist eine würdige Protagonistin. Sie ist stark und unabhängig, nimmt die Dinge tatsächlich selbst in die Hand und lässt sich nicht von ihren reichen Bekannten alles in den Arsch schieben. Sehr vorbildlich!
Chris ist das reinste Klischee. Reich, begabt, sanfter als gedacht... Laaangweilig!
Maggys Mutter spielt auch eine entscheidende Rolle. Sie ist fast der menschlichste Charakter der Geschichte. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich das gut oder schlecht finden soll.
Maggys Freunde sind eigentlich gar nicht wirklich ihre Freunde, aber später dann doch irgendwie. Ich habe diese Logik nicht verstanden.

Miranda J. Fox veröffentlicht als Selfpublisherin. Deswegen erwarte ich keine Perfektion von ihren Geschichten. Das wäre einem Selfpublisher gegenüber nicht fair. Leider muss ich dennoch sagen, dass es in dem Buch Fehler gab. Außerdem wurden die Absätze häufiger unpassend gewählt und ein Mal ist sogar die Seite verrutscht. Kann passieren, sollte es aber nicht.

Fazit: 

3*
Dieser kurze Roman ist nicht total schlecht, nur ein wenig langweilig. Ich mochte die lockerleichte Geschichte, aber sie funktioniert auch nur, weil sie so kurz ist. Die Liebesgeschichte war leider an den Haaren herbeigezogen. Wer oberflächliche Liebe mit einem Schuss Drama mag, ist mit "Schokolade zum Verzehren" bestimmt gut bedient.


Was hältst du von Geschichten, in denen nicht deutlich wird, warum das Paar sich ineinander verliebt? Darf man das zugunsten der Romantik hinnehmen oder ist es komplett unrealistisch? Und was sagst du zur Edlyn-Hills-Reihe?

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