Mittwoch, 9. August 2017

Buchrezension: "In Between - Das Geheimnis der Königreiche" von Kathrin Wandres

Autor: Kathrin Wandres
Titel: In Between - Das Geheimnis der Königreiche
Verlag: Im.press/Carlsen
Format: eBook
Seitenzahl: ca. 232

Erscheinungsjahr: 2017
Altersempfehlung: ab 14 Jahren 

Genre: Liebe, Romantik, Fantasy

Schlagwörter: Außenseiter, Familie, Angst
Leseprobe: *klick*

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Klappentext:

Die 17-jährige Keylah lebt inmitten der dunklen Wälder des Landes Benoth, das zwischen zwei mächtigen Königreichen liegt. Nur die hohen Mauern der Siedlungen trennen dort die Menschen von dem, was draußen ist – den Ausgestoßenen, den Wolfsgestalten. Doch im Gegensatz zu den anderen liebt Keylah die freie Natur und kann ganze Tage in ihren selbstgebauten Baumhäusern verbringen. Ihre Gabe, drohende Gefahr körperlich zu spüren, scheint sie vor allem zu beschützen. Bis etwas geschieht, das sie nach Einbruch der Dunkelheit in den Wald zwingt und auf den unnahbaren Einzelgänger Deven stoßen lässt. Einen Mann, vor dem sie sich fürchten sollte, auch wenn ihre Gabe ihr etwas anderes sagt…

Erster Satz: 

Die orangerote Sonne hing bereits bedrohlich tief am Himmel. 

Meinung: 

Ich mag die kalten Farben des Covers. Ansonsten ist es leider relativ nichtssagend. Man sieht immerhin nur die Protagonistin und einen Teil vom Wald.

Wie bei vielen Jugendbüchern ist auch hier die Ich-Perspektive das Mittel der Wahl. Normalerweise sorgt diese dafür, dass man sich der erzählenden Figur nahe fühlt, doch Keylah blieb mir trotzdem eher fremd. Das lag auch an dem Schreibstil der Autorin, welcher mir oft holprig vorkam. Besonders sie Kapitelanfänge haben mich manchmal gestört. Meistens enden die Kapitel recht spannend. Wenn man dann jedoch weiterliest, gibt es erst mal irgendwelche Background-Informationen und Erinnerungen, bevor es mit der Handlung weitergeht.

Der Anfang ist gelungen. Tatsächlich hat mir die erste Hälfte des Romans sogar ziemlich gut gefallen! Eine neue Welt, Charaktere, die man kennenlernen möchte, usw. Doch dann fing es an: Es wurden Fakten wiederholt und das nicht nur einmal. Wenn man wie ich das Buch in höchstens zwei Tagen liest, ist das unnötig. Und auch wenn man grundsätzlich länger braucht für eine Geschichte diesen Umfangs, wird man doch wohl entscheidende Aspekte wie die Tatsache, dass Keylah kalt wird, wenn sie in Gefahr ist, nicht vergessen. Das steht immerhin schon im Klappentext!
Diese Kälte-Gefahren-Gabe ist sowieso eine Sache, die mich im Verlauf immer mehr gestört hat. Es wird ständig erwähnt, dass Keylah nicht wie normale Menschen friert, sondern nur, wenn sie in Gefahr ist. Leider widerspricht sich der Text da manchmal selbst. Plötzlich friert sie auch wegen anderen Dingen - oder ihr fällt nicht auf, dass sie friert, weil sie in Gefahr ist. Auch der Auslöser für ihr Gefahrenbewusstsein ist sehr diffus. Mal spürt sie Feinde von weitem, mal tauchen die plötzlich direkt hinter ihr auf und ihr wird blitzartig eiskalt. Aber die müssen sich doch schon vorher genähert haben? Zumindest wurde nicht erwähnt, dass es Leute in dieser Welt gibt, die sich teleportieren können.
Neben einigen anderen Dingen wie dem eigenen Platz auf der Welt und den eigenen Träumen, Wünschen und Zielen ist die Familie ein großes Thema in der Geschichte. Doch auch da gibt es Unstimmigkeiten: Mal erinnert sich Keylah an ihre Mutter, mal nicht. Wenn man bedenkt, dass sie sie mit zwei Jahren das letzte Mal gesehen hat, bezweifle ich, dass sie diese Frau so sehr vermissen kann. Oder besonders gut kennenlernen konnte. Die meisten Menschen erinnern sich, soweit ich weiß, erst so ab dem dritten Lebensjahr an Dinge und Personen für längere Zeit. Also wie kann Keylah ein Bewusstsein für etwas haben, das sie eigentlich nur unzureichend erlebt hat? Da fallen dann Sprüche wie "Du weißt, dass meine Mutter das so gewollt hätte!", aber mit welcher Grundlage?
Auch die Handlung ist immer mehr abgedriftet. Wo es anfangs noch düster und interessant zuging, wurde es später immer märchenhafter. Und damit meine ich die Disney-Variante. Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes, aber auf mich wirkte das so gewollt, fast erzwungen. Es gab bei etwa 60% des Romans eine Stelle, an der man die Geschichte gut hätte beenden können. Es ging da schon eine Weile bergab mit ihr, aber sie war noch nicht verloren. Danach hat die Autorin für mein Gefühl überflüssige Szenen und Hindernisse eingebaut, die dazu noch entsetzlich leicht überwunden werden konnten, nur damit es das richtige, strahlende Happy End werden konnte.

Fazit: 

3*
Die Idee hat mich angezogen und bis etwa zur Hälfte des Buches überzeugt. Danach vermochte mich die Handlung immer weniger zu fesseln, weswegen ich auch "nur" drei Sterne für "In Between - Das Geheimnis der Königreiche" vergeben kann. Wer auf zuckersüße Happy Ends steht, wird diese Geschichte vielleicht mögen.

Was hältst du davon, wenn es innerhalb der Geschichte eine Kehrtwende gibt, die quasi die gesamte Stimmung des Buches umwirft? Kennst du den von mir rezensierten Band - und teilst meine Meinung? 

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